Bachelorarbeit

Leitfrage & Ansatz Urban Digital Twin: Leitfragen & Ansatz Ein Urban Digital Twin bildet reale städtische Strukturen digital und georeferenziert ab. Die Arbeit untersucht, wie ein Workflow aufgebaut sein muss, um ein derartiges Stadtmodell aus frei verfügbaren, standardisierten Geodaten zu erzeugen. Hierfür wurden Gelände-, Landschafts- und Gebäudedaten in vier Phasen aufbereitet, in ein gemeinsames Koordinatensystem überführt und in der 3D Game-Engine „Unity“ zusammengeführt. Der Ansatz wurde am Beispiel Aalens als Proof of Concept umgesetzt und hinsichtlich Übertragbarkeit, Erweiterbarkeit und Nachvollziehbarkeit evaluiert.
Projektprofil
Typ
Bachelorarbeit
Ort
Aalen
Ergebnis
Workflow & PoC
Umgebung
Unity 2022.3
  • Typ Bachelorarbeit
  • Ort Aalen
  • Ergebnis Workflow & PoC
  • Umgebung Unity 2022.3
Bachelorarbeit · Internet der Dinge Urban Digital Twin Ein standardisierter Workflow überführt amtliche Gelände-, Landschafts- und Gebäudedaten in ein gemeinsames 3D-Modell der Stadt Aalen. Mai–August 2024 · Unity-Proof-of-Concept · 16 km² Projektgebiet
Projektumfang
Vier aufeinander aufbauende Informationsebenen Gelände bildet die räumliche Basis. Darauf folgen Straßen und Fließgewässer, Gebäude sowie Vegetation auf definierten Flächen.
Datengrundlage & Untersuchungsrahmen Datengrundlage & Untersuchungsrahmen Als Grundlage dienten frei verfügbare Geobasisdaten des Landes Baden-Württemberg, ein digitales Geländemodell, ein Basislandschaftsmodell sowie CityGML-Gebäudedaten. Die konkrete vierphasige Umsetzung wurde auf einem 4 × 4 Kilometer großen Gebiet der Stadt Aalen angewendet und anschließend validiert.
16 km²Projektgebiet
13.521Gebäude
40.563Flächenobjekte
5.353Straßenachsenmodelle
Einordnung Vom Datensatz zum Stadtmodell

Die Erstellung eines gemeinsamen Stadtmodells erfolgt durch die Zusammenführung von Daten aus unterschiedlichen Geodatenquellen. Zunächst wurden die vier Verarbeitungsebenen isoliert vorbereitet und im Anschluss in Unity zusammengeführt.

Entscheidend war dabei nicht ein einzelner Import, sondern eine nachvollziehbare Kette aus Aufbereitung, Koordinaten­transformation, Modellgenerierung und Integration. Hierdurch wird deutlich, welche Daten wie stark den finalen Urban Digital Twin beeinflussen.

Die vier Schritte bilden damit zugleich die technische Struktur der Arbeit: Zunächst wird die räumliche Basis geschaffen, dann verbindende Achsen angelegt, anschließend werden Gebäude errichtet und zuletzt erfolgt die semantische Ergänzung durch Flächen und Vegetation.

DGM025
Enthält
Geländehöhen, 25-cm-Raster
Format
GeoTIFF
Funktion
Raumbasis, Höhenreferenz
Basis-DLM
Enthält
Straßen, Gewässer, Flächen
Format
Shapefile
Funktion
Stadtachsen, Flächenbasis
CityGML LoD2
Enthält
Gebäude, standardisierte Dachformen
Format
CityGML
Funktion
Grundlage der Gebäudemodelle
01 Gelände
Input
DGM025-Kacheln
Editing
zusammenführen, eingrenzen, aufbereiten, in RAW konvertieren
Ergebnis
skaliertes, texturiertes Unity-Terrain
02 Straßen und Gewässer
Input
Objekte des Basis-DLM
Editing
filtern, Achsen verbinden, Koordinaten transformieren, Höhen ergänzen
Ergebnis
texturierte OBJ-Modelle im lokalen Stadtmodell
03 Gebäude
Input
CityGML-Gebäudedaten
Editing
isolieren, Koordinaten transformieren, Flächentypen modellieren
Ergebnis
getrennte Dach-, Wand- und Bodenobjekte
04 Flächen
Input
Flächenpolygone des Basis-DLM
Editing
Flächentypen zuordnen, Vegetations-Assets automatisiert platzieren
Ergebnis
repräsentierte Wald- und Landwirtschaftsflächen
Integration und Qualität Qualität entsteht im Zusammenspiel der Ebenen
Die größte Herausforderung bestand nicht in einem einzelnen Datensatz, sondern im Zusammenspiel aller Ebenen. Die Herausforderung bestand darin, das Gelände, die Straßen, Gewässer, Gebäude und Vegetation so zusammenzuführen, dass sie räumlich plausibel bleiben und sich gegenseitig nicht widersprechen. Aus diesem Grund wurde jede Phase im Gesamtkontext geprüft. Überschneidungen, wie Gebäude auf Straßen oder Bäume auf Wegen, wurden lokalisiert, bewertet und gezielt korrigiert. Die Ansicht bündelt diese technischen Entscheidungen und zeigt, wo der Workflow robust ist und wo Grenzen sichtbar werden. Bei der Datengrundlage wurde bewusst die amtliche LGL-Datenbasis gegenüber OpenStreetMap ausgewählt. Ausschlaggebend waren konsistentere Objektdefinitionen und verlässlichere Strukturen, auch wenn dadurch weniger Zusatzinformationen zur Verfügung standen.
Fragmentierte Straßenachsen
Straßenachsen verbinden Fragmentierte Einzelabschnitte wurden über OBJID- und OBJID_Z-Kennungen gruppiert und zu längeren Verläufen verbunden. Das erzeugte konsistentere Straßenmodelle, blieb in Randfällen aber artefaktanfällig.
Koordinaten und Höhen
Koordinaten im 3D-Raum Alle Objekte wurden relativ zur südwestlichen Projektgrenze transformiert und mit Höhenwerten aus dem GeoTIFF ergänzt. Dadurch entstand eine einheitliche Positionierung im lokalen Unity-Raum.
Fehlerlokalisierung
Fehler lokalisieren Objektweise Dateien und statusbasierte Verzeichnisse machten sichtbar, welche Verarbeitungsschritte erfolgreich waren und wo Fehler entstanden. So wurde die Diagnose gezielter und produktionsnäher.
Stadtweite Validierung Vom lokalen Referenzpunkt zur räumlichen Gesamtwirkung
Die Gesamtansicht verschiebt den Prüfmaßstab vom einzelnen Campus auf den Stadtraum: Siedlungsbereiche, Freiräume sowie das Netz aus Straßen und Gewässern werden in ihrem räumlichen Zusammenhang lesbar. Entscheidend ist hier nicht die Übereinstimmung eines einzelnen Objekts, sondern ein durchgängiger und nachvollziehbarer Gesamteindruck. Beide Abbildungen liefern damit unterschiedliche Nachweise: Der Campus ermöglicht den direkten Abgleich mit einem realen Referenzbild, während die Stadtansicht Vollständigkeit, räumliche Kontinuität und die konsistente Wirkung des UDZ über das gesamte Projektgebiet beurteilen lässt.
Validierung · Hochschule Aalen
Campus Beethovenstraße im Direktvergleich Links zeigt der UDZ den Campus der Hochschule Aalen an der Beethovenstraße, rechts denselben Ort in Google Maps. Die Abbildung stellt Modell und reale Referenz unmittelbar nebeneinander.
Lokale Validierung Plausibilitätsprüfung am Campus
Der Campus eignet sich als Referenz, weil Hauptgebäude, Beethovenstraße, interne Erschließung und Freiflächen eindeutig wiedererkennbar sind. Ihre Anordnung und räumlichen Beziehungen lassen sich im geteilten Bild direkt nachvollziehen. Bewertet wurden Wiedererkennbarkeit, relative Lage und Proportionen der Strukturen. Der Vergleich dient damit als qualitative Plausibilitätsprüfung des Modells und nicht als Beurteilung fotorealistischer Ähnlichkeit.
Urban Digital Zone Das gesamte Stadtgebiet Aalens im UDZ

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